UNERSÄTTLICHE DINGE

Dieser Roman handelt vom Heranreifen eines Jungen in den letzten Vorkriegsmonaten des Jahres 1939 und den ersten Jahren des Krieges, als er zusammen mit Mutter und Bruder nach Kasachstan deportiert wird. In Unersättliche Dinge durchdringen sich gegenseitig erinnerte Wirklichkeit, Wunsch und Traum. Der Krieg beschleunigt das Heranreifen des Helden, jedoch nicht er ist das Hauptthema des Romans, sondern der Traum des ewig hungrigen Eros, der unserem Erzähler heißt, Begierde zu empfinden und sich ihrer in der Phantasie hinzugeben. Die innere Welt des Kindes konzentriert sich um die geliebte Mutter, die letztlich an Typhus stirbt. Mit ihr baut er seine erste Liebesbeziehung auf, an ihr orientieren sich seine erotischen Phantasien. Czcibor-Piotrowskis Roman ist ein Päan auf die Weiblichkeit, vor der sich der Mann nicht fürchten muß.

Es ist eine ungewöhnlich raffinierte Prosa, in der ausgesuchte Stilisierungen aufblitzen (ausgezeichnete Imitation der Kindersprache!), die sich mancherorts der Parabel unterordnet, an anderer Stelle sich als Märchen ausgibt; eine Prosa voller sprachlichem Erfindungsreichtum. (Dariusz Nowacki)

Das Buch erhielt die Auszeichnung der Raczyński-Bibliothek im Herbst 1999 und befand sich unter den sieben für den NIKE (2000) nominierten Büchern. In Kürze erscheint eine französische Übersetzung des Romans.