DIE LARVE

Der neue Roman von Dorota Terakowska zeigt auf außerordentliche Weise, wie der Bericht über die „perfekte Welt von Barbie und Ken” sich in eine ergreifende moderne Erzählung über den langsamen Prozess des Begreifens der eigenen Fehler, über Schuld, Liebe und Sühne verwandelt. Einerseits ist es die geschickt erzählte Familiengeschichte, in der ein Mädchen mit dem Down-Syndrom geboren wird, andererseits ungewöhnlich schöne metaphysische Prosa über das Innenleben eines kranken Kindes, über nicht alltägliche Visionen, mit einem um so überraschenderen Finale, das niemandem einfachen Trost bietet. Es ist eine ungezähmte und poetische Literatur zugleich, die die Dinge, menschlichen Handlungen und Reaktionen beim Namen nennt, die Zweifel und Fragen vergrößert, die uns alle ein wenig schmerzen sollten.

Terakowska führt den jungen Leser in die Welt der Reife und weckt beim älteren Leser das verloren gegangene Gefühl einer Weltverbundenheit.

Przemysław Czapliński