DER ARCHIPEL DER PINGUIN-INSELN

Der Archipel der Pinguin-Inseln wird für diejenigen, die bisher die Dramen von Ingmar Villquist kennen, vielleicht eine Überraschung sein. Dieser groteske, ironische und witzige Roman über die Abenteuer eines tapferen Offiziers der Kunst-Armee stellt auf eine für diesen umstrittenen Dramatiker völlig neue Weise die ihn bewegenden Probleme dar: Einsamkeit, Kunst, Gewalt. Er entstand, von Geheimnis umweht, im Laufe von mehr als zehn Jahren.
Am Königlichen Mädchengymnasium laufen die Vorbereitungen für die patriotische Inszenierung der Siegreichen Adler, die einem Festakt zu Ehren der Königingroßmutter Glanz verleihen soll. Am Bühnenbild arbeitet der junge Zeichenlehrer mit den Schülerinnen. Kurz darauf wird er einberufen und nimmt am grotesken Krieg gegen die Republik Sidonien teil. Als wir ihm wiederbegnen, ist er Junior-Assistent am Königlichen Nationalmuseum, dessen Direktor dabei ist, die wahnsinnige Absicht einer Militarisierung der bildenden Künste in die Tat umzusetzen. Das soll die einzige Rettung für das „im Nichtsein der Kunst“ versunkene Land sein. Die von ihm geschaffene 1. Kunst-Armee kämpft, mit Blendrahmen und Pinseln bewaffnet, ihren letzten Kampf an den Ufern des Flachen Sees. In der Stadt läuft unterdessen die Operation „Festung“ – die Sidonier unternehmen permanente Luftangriffe, die Bibliothek geht in Flammen auf, das Museum verwandelt sich in Trümmer. Am Theater werden die Siegreichen Adler uraufgeführt, als der Druck einer gewaltigen Explosion die Heldin mitten in den Zuschauerraum schleudert. Das Bühnenstück verwandelt sich binnen kurzem in ein regelrechtes Blutbad. Wird der ehemalige Zeichenlehrer diese schwierige Lage heil überstehen? Wohin fliegt er mit dem Ballon seines Freundes von der Aufklärung? Wird das Rätsel des Archipels der Pinguin-Inseln sich aufklären?