JULITA UND DIE SCHAUKELN

Julita und die Schaukeln ist ein reizvoller Sittenroman, der auf ein breites Lesepublikum zielt. In ihm wird die Geschichte einer unerfüllten Liebe erzählt und von der polnischen Provinz sowie den politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen der Jahre 1956-1989 berichtet. Gerade in seiner Vielschichtigkeit richtet sich das Werk an eine breite Leserschaft. Ein älterer, recht erfolgloser Schriftsteller (ein männlicher Erzähler führt durch den Roman) plagt der Gedanke, im Leben versagt zu haben. Dramatischste Episode ist in dieser gebrochenen Biographie die unerfüllte Liebe zu einer Schulkameradin. Dies liegt lange zurück, denn inzwischen sind wir in den Neunzigerjahren: der Schriftsteller besucht sein Heimatstädtchen, um sich wieder in seine Jugendzeit zurückzuversetzen. Er beschließt, einen Roman über seine Generation zu schreiben, eine Gruppe von Altersgenossen, die alle um 1956 geboren wurden. Auf diese Weise entfaltet der Roman ein Sittengemälde, das die gewöhnlichen Ereignisse wie ungewöhnlichen Schicksale von einem Dutzend Personen, die den verschiedensten Milieus angehören und die unterschiedlichsten Mentalitäten verkörpern, festhält. Hier wiederum knüpfen zwei weitere Erzählebenen an: die polnische (tiefste und typische) Provinz sowie das kommunistische Polen. Und das Werk birgt noch eine weitere Schicht, die man magisch nennen könnte. Dabei handelt es sich um die Lebensgeschichte und die Taten der Titelheldin Julita, einem engelgleichen Mädchen, das mit übernatürlichen Kräften begabt ist

Dariusz Nowacki

AUSZUG