SERGEANT PEPPERS KINDER

Maciej Szczepański ist ein leichtes und witziges Sittenbild in Form eines Generationenromans. Die titelgebenden Kinder sind junge Polen, die Mitte der 70er Jahre den Wunsch verspüren, Hippies zu sein, wozu sie unter den Bedingungen des Sozialismus kaum eine Chance hatten. Sie träumen von einer Welt, die genauso sagenhaft farbig ist wie das legendäre Plattencover der Beatles aus dem Jahr 1967. Dem Ruf seiner Träume folgend, reist einer der vier Hauptfiguren anfangs nach England aus und gelangt später mit einer List in die Staaten. Die drei übrigen versuchen ihr Hippie-Ethos (Protest, Unabhängigkeit) an die Lebensbedingungen im Polen der 80er und 90er Jahre anzupassen (die Romanhandlung umfasst etwa dreißig Jahre). Szczepańskis Roman setzt sich aus lustigen, manchmal auch dramatischen Episoden aus den Leben der vier Helden zusammen. Am meisten erfahren wir von den Abenteuern des jungen Mannes, der sich aufgemacht hat, die weite Welt zu erkunden. Szczepański hat ihm eine ungewöhnliche, stellenweise irreale Biografie gegeben, die einem Drehbuch für einen Spionagethriller zum Verwechseln ähnlich ist. Hier offenbart sich Maciej Szczepańskis literarische Methode – Sergeant Peppers Kinder ist eine spezifische Collage verschiedener Genres und Motive der Unterhaltungsliteratur. Es scheint, dass der Autor keineswegs darauf aus ist, irgendeine Wahrheit über die vergangenen dreißig Jahre ans Licht zu zerren, einen kritischen Blick auf die verwickelten Schicksale einer bestimmten Generation zu werfen. Hier dominiert die Anekdote, der Scherz und echte jugendliche Spontaneität.

Dariusz Nowacki