EMPIRE

"Das von Nowakowski verwendete Erzählschema hat vor einigen Jahren die halbe Welt in Aufruhr versetzt.", schreibt Dariusz Nowacki. "Ich denke da an die Geschichte aus Beninis berühmtem Film Das Leben ist schön: Ein liebender Vater, der den Sohn vor den Greueln des Holocaust schützen will, erfindet ein ‘Lagerspiel‘, das er auch konsequent durchzieht. Bei Nowakowski stellen sich die Dinge ganz ähnlich dar, wenn auch nicht so dramatisch. Wir sehen eine Welt nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs – bevölkert von ausgebrannten und traumatisierten Gestrandeten. Nicht alle haben sich von den deprimierenden Stimmungen des Orts und der Zeit unterkriegen lassen, am allerwenigsten der Vater des Hauptprotagonisten. Sein Patentrezept ist einfach: Er fesselt den Jungen mit Erzählungen von der Welt, wie sie vor der Katastrophe ausgesehen hat. Im Zentrum dieser Legenden steht das Luxus-Hotel Empire. Doch das wirkliche Leben spielt sich woanders ab, weiß der Vater den Jungen zu überzeugen. Nur wo? Dort, wo das Vergangene und das unwiederbringlich Verlorene zusammenkommen. Wie es die Erzähllogik will, muss der kleine Held sich jedoch empirisch davon überzeugen, dass die Welt des Empire aus Lügen besteht".