DREI MANN IN EINEM BETT, VOM KATER GANZ ZU SCHWEIGEN. EINE PASSIVE ROMANZE.

Die Idee ist scheinbar einfach: Einen emanzipatorischen Roman zu schreiben, der das Schwulen-Milieu im Lichte bürgerlicher Werte zeigt, zu beweisen, dass die sexuelle Orientierung in keinem Widerspruch zu den kulturellen Erwartungen steht, die ein durchschnittlicher Mensch an das Leben in einer Gemeinschaft, die sich Gesellschaft nennt, stellt.
Marcin Wilk, einer der interessantesten jungen Kritiker der Schwulen-Szene, formulierte einmal einen Appell: „Wir wünschen uns einen Autor, der nicht nur als der schreibt, der die Schreibtechniken beherrscht und der sie alle, die Ferros, Whites, Frosters, Ritzs oder die anderen Foucaults, gelesen hat, sondern einen, der – vor allem – auf seine positive Erfahrungen, schwul zu sein, zurückgreift“ – und einen solchen Autor gibt es nun. Żurawiecki zeigt das Schwulen-Milieu als eine Gruppe von Menschen, die zwar ihre exotischen Rituale haben, sich aber vom Rest der Gesellschaft durch nichts Besonderes unterscheiden. Sie sind integraler Bestandteil der Gesellschaft und verkörpern, wie wir alle, deren Vor- und Nachteile, Beschwerden und Gebrechen. Der Autor ist bemüht, seine Botschaft zu universalisieren, indem er den polnischen Hintergrund, vor dem sich die menschlichen Begebenheiten der Protagonisten – Liebschaften, Umzüge, Sorgen – abspielen, nur andeutet. Wir wissen nicht genau, wo der Held – Adam – arbeitet, obwohl seine Probleme auf der Arbeit und schließlich seine Entlassung zu den zentralen Themen gehören: „In einer Versicherungs- oder Werbeagentur“ – so viel verrät uns der Erzähler, und das ist gut so, denn Żurawiecki geht es vor allem darum, zu zeigen, dass eine andere sexuelle Orientierung in keinem Konflikt mit solchen menschlichen Werten wie Ehrlichkeit, Redlichkeit oder Hilfsbereitschaft, die zu den Grundlagen der zwischenmenschlichen Beziehungen in der europäisch-amerikanischen Kultur gehören, steht.
Romane über Minderheiten (sexuelle, ethnische, religiöse usw.) erfüllten, erfüllen und werden weiterhin vor allem eine Erkenntnisfunktion erfüllen. Und das Buch von Bartosz Żurawiecki ist in dieser Hinsicht tadellos. Drei Mann in einem Bett, vom Kater ganz zu schweigen ermöglicht uns, das Milieu der dreißigjährigen, gut verdienenden Schwulen, deren kleine Intrigen (die großartige Szene, in der Adam verkuppelt wird), deren Sensibilität und Emotionen (das Verhältnis zwischen drei Liebhabern) kennen zu lernen und nicht zuletzt auch einiges über die Gewohnheiten von Katzen zu erfahren.

Igor Stokfiszewski