Transatlantyk-Preis 2010 für Pietro Marchesani
Der Transatlantyk-Preis geht in diesem Jahr an den Übersetzer polnischer Literatur ins Italienische Pietro Marchesani. Das Kuratorium bestehend aus Anders Bodegård, Jerzy Jarniewicz, Albrecht Lempp, Jarosław Mikołajewski, Ksenia Starosielska und dem Vorsitzenden Grzegorz Gauden wählte Marchesani aus 30 Kandidaten aus. Mit dem mit 10 000 Euro dotierten Preis werden alljährlich Botschafter der polnischen Literatur im Ausland ausgezeichnet.
Pietro Marchesani hat zahlreiche polnische Autoren übersetzt, u. a. Witold Gombrowicz, Zbigniew Herbert , Tadeusz Konwicki, Stanisław Jerzy Lec, Czesław Miłosz, Sławomir Mrożek, Stanisława Przybyszewska, Andrzej Szczypiorski, Wisława Szymborska und Stanisław Ignacy Witkiewicz.
Außerdem setzt sich Marchesani für die Verbreitung der polnischen Literatur in Italien ein. Seit 2001 leitet er die von ihm ins Leben gerufene Reihe „Taccuino“ (Notizbuch) des Verlags Libri Scheiwiller. In dieser Reihe erschienen bereits Werke von Jan Kott, Wisława Szymborska und Tadeusz Różewicz. Im selben Verlag erschienen dank der Bemühungen Marchesanis auch „Die tote Klasse“ von Tadeusz Kantor, Gedichte von Tadeusz Różewicz und sämtliche Gedichte von Wisława Szymborska.
Pietro Marchesani organisiert zahlreiche Projekte zur polnischen Literatur in Italien, u. a. eine Konferenz und Ausstellung zum Thema Bruno Schulz im Jahr 2000 in Triest und Genua sowie die Theaterreihe „I Polacchi” im Teatro della Tosse in Genua (2000-2001) mit Werken von Stanisław Ignacy Witkiewicz, Sławomir Mrożek und Tadeusz Rożewicz.
Er verfasste zahlreiche Arbeiten zur polnischen Literatur (u. a. über die Werke von Zygmunt Krasiński, Jan Kochanowski, Stanisław Ignacy Witkiewicz und Witold Gombrowicz) und ihre Beziehung zur italienischen Literatur. Seine Artikel über polnische Schriftsteller erscheinen in den wichtigsten polnischen Tageszeitungen „La Stampa” und „La Repubblica”.
Von 1968 bis 1971 war Marchesani an der Krakauer Jagiellonen-Universität tätig. 2000 wurde er mit dem Ehrendoktortitel der Universität ausgezeichnet.
Seit 1991 hat er eine Professur am Philologischen Institut der Universität Genua inne.
Für seine Tätigkeit als Übersetzer und Vermittler der polnischen Literatur erhielt er zahlreiche italienische und polnische Auszeichnungen, u. a. den Orden „Verdienter um die polnische Kultur” (1979), den Premio Grinzane Cavour (1992), den italienischen Staatspreis für Übersetzung (1995), den Premio Letterario Internazionale Mondello (1998), die Auszeichnung für Verdienste um die polnische Kultur (2000) und den Übersetzerpreis des polnischen P.E.N.-Clubs (2002).
Die Preisverleihung fand am 18. Juni im Museum der Japanischen Kunst und Technik „Manggha“ in Krakau statt.
Die bisherigen Preisträger waren Henryk Bereska (2005), Anders Bodegård (2006), Albrecht Lempp (2007), Ksenia Starosielska (2008) und Biserka Rajčić (2009).
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