Znak
Kraków 2006
124x195
164 pages
paperback
ISBN 83-240-0660-5
Translation rights: Znak

Mikołaj Łoziński

Reisefieber


Auszug

Ein junger Autor, Mikołaj Łoziński, überrascht die Leser mit seinem Debüt! Während die überwältigende Mehrheit polnischer Prosaautoren der jüngeren Generation ausschließlich über unser Hier und Jetzt schreibt und die (zahlreichen) Probleme der zeitgenössischen Polen in den Mittelpunkt ihrer Darstellungen rückt, macht der Autor von Reisefieber einen in den USA lebenden Schweden zu seinem Haupthelden und lässt die Handlung seines Romans in Paris spielen. Versucht Łoziński etwa auf diese Weise um jeden Preis originell zu sein, was übrigens bei Debütanten oft der Fall ist? Ganz und gar nicht – der Autor tritt an die Leser mit einem universellen Thema heran, bei dem die konkrete Ausstattung im Grunde nur zweitrangige Bedeutung hat. Reisefieber ist ein Drama, das sich im kleinen Familienkreis abspielt. Der achtunddreißigjährige Daniel erfährt vom Tod seiner Mutter Astrid, mit der er sechs Jahre zuvor jeden Kontakt abgebrochen hat. Er fährt nach Paris um die Familienangelegenheiten zu ordnen. Diese Reise wird für ihn zu einem Schlüsselerlebnis. Er wird von Erinnerungen an Traumata und Probleme aus der Zeit seiner Kindheit und Jugend heimgesucht, als er an der Seite seiner allein erziehenden Mutter lebte, und er entdeckt das von ihr gehütete Geheimnis, dass er selbst nämlich die „Folge“ einer Vergewaltigung ist. Dabei erlebt Daniel eine mit jedem Tag stärker werdende Midlifecrisis. Er sieht sich gezwungen, sein Verhältnis zur Welt und zu seinen Nächsten gründlich zu überdenken. Mit einer bei einem Debütanten überraschenden Fertigkeit und großer Sensibilität für psychologische Feinheiten erzählt Łoziński die Geschichte von einander nahe stehenden Menschen, deren Verhältnis von alten Verletzungen, unausgesprochenen Vorwürfen und Geheimnissen gestört wird. Gekonnt dosiert er die Spannung und jongliert mit den Perspektiven, die Ereignisse werden vor allem aus Daniels Blickpunkt erzählt, aber auch aus dem seiner Mutter und seiner Tante. Ein vielversprechendes Debüt!    
Robert Ostaszewski
Mikołaj Łoziński ist 25 Jahre alt, schreibt und fotografiert. Er studierte Soziologie an der Sorbonne, publizierte Kurzgeschichten in Literaturzeitschriften und hatte bereits einige Fotoausstellungen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Malergeselle, Fotograf, Übersetzer und Assistent einer blinden Psychotherapeutin.

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