Bibliographie:
  • Tod und Spirale (Śmierć i spirala), Erzählband, Wrocław: A, 1992.
  • Vollkommenes Vergessen (Absolutna amnezja), Roman, Poznań: Obserwator, 1995.
  • Blaue Tierschau (Niebieska menażeria), Erzählband, Warszawa: Sic!, 1997.
  • Kreatives Schreiben für junge Frauen (Twórcze pisanie dla młodych panien), Lehrbuch, Warszawa: WAB, 1999.
  • Madame Intuita, Gedichtband, Warszawa: Nowy Świat, 2002.
  • Die Kultur der Beleidigten (Kultura obrażonych), Feuilletonsammlung, Warszawa: WAB, 2003.
  • Alma, Kraków: WL 2003.
  • Księga Em [Das Buch Em], Warszawa, Dom Wydawniczy Tchu, 2005.
  • Magiczne oko, Warszawa, WAB, 2006.
  • Obszary odmienności. Rzecz o Marii Komornickiej, Gdańsk: słowo/obraz terytoria, 2007

Filipiak Izabela

(geb. 1961) – Schriftstellerin, Essayistin, Kolumnistin, seit kurzem auch Lyrikerin. Eine Zeit lang unterrichtete sie Kreatives Schreiben in Rahmen der Gender Studies an der Warschauer Universität. Filipiak debütierte 1992 mit dem Erzählband Tod und Spirale. In diesem Buch beschreibt sie die lange Zeit ihrer Emigration in den USA und bringt ihre Faszination für die dunklen Ecken New Yorks und den exzentrischen, fast „unrealen” Einwohnern dieser Stadt zum Ausdruck. Das New York am Anfang der 90er Jahre war für Filipiak ein Ort, an dem neue Ideen entstanden, vor allem die Spiritualität des New Age und die feministische Theologie. Das Buch erschien in einem kleinen, unabhängigen Verlag und wurde daher kaum von einer breiten Leserschaft wahrgenommen. Filipiaks Durchbruch kam erst mit der Veröffentlichung des Romans Vollkommenes Vergessen (1995). Das in vieler Hinsicht überraschende Werk wird allgemein als ihr bisher bestes Buch angesehen. Am Beispiel von Marianna, eines jungen Mädchens, das in den 70er Jahren in einer polnischen Durchschnittsfamilie aufwächst, zeigt die Autorin den Prozess der sozialen und kulturellen Prägung und Objektwerdung des Individuums. Die Autorin wählte hierbei eine durchgängige feministische Perspektive – ihre Heldin ist das Opfer eines patriarchalischen Machtsystems. Sich selbst überlassen und emotional vernachlässigt von der abwesenden Mutter, terrorisiert von dem brutalen Vater und verblödet durch die Schule, muss Marianna verlieren. Die Literaturforscherin Maria Janion sah in der Gestalt Mariannas eine moderne Iphigenie, die vom Schicksal verdammt ist, ihr Leben auf dem Altar der traditionellen Werte zu opfern. Zwei Jahre später erschien Blaue Tierschau, ein Band mit elf Erzählungen, in denen man eine deutliche autobiographische Wende sehen kann. Die Subjektivität wird von da an zum vorherrschenden Merkmal in Filipiaks Texten. Dies gilt sowohl für die rein literarischen Werke der Autorin, als auch für ihre Notizen mit dem Charakter einer Anleitung zum Schreiben (das Lehrbuch Kreatives Schreiben für junge Frauen), in denen Filipiak eine moderne Auffassung vom Schreiben vertritt: Schreiben als eine Aktivität, die zur tieferen Selbsterkenntnis und Selbstfindung führen soll. Diese Auffassung prägt auch ihren ersten Gedichtband Madame Intuita (2002). Darüber hinaus glänzt die Autorin als talentierte und geistreiche Feuilletonistin. Ihre interessantesten Texte wurden in dem Band Die Kultur der Beleidigten (2003) veröffentlicht, in dem Filipiak den polnischen Mangel an Toleranz, das engstirnige Denken und die konservative Moral, die kein Anderssein zulässt, kritisiert.

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